Konfirmation und Kommunion – Was ist was?

Familienfeste: Wo liegen die Unterschiede zwischen der Konfirmation und der Kommunion?

Ein schickes Kleid, ein stolzer Blick, die Haare zu einer schönen Frisur hochgesteckt – jedes Jahr warten so zahlreiche Mädchen zwischen Ostern und Pfingsten darauf, endlich konfirmiert zu werden. Neben ihnen stehen die Jungs in ihren schicken Anzügen und den mit Wachs gestylten Haaren. Sobald die Orgel in der Kirche zu spielen beginnt, ziehen die Jugendlichen gemeinsam in den Gottesdienst ein. Auch die katholische Kommunion beginnt mindestens genauso festlich. Allerdings sind hier die Teilnehmer jünger und oft tragen alle die Albe, ein knöchellanges, weißes Gewand der katholischen Kirche.

Für die katholische und evangelische Kirche ist der Frühling eine ganz besonders wichtige Zeit und dass nicht nur, weil in dieser Jahreszeit das Osterfest stattfindet. Im Frühjahr werden nämlich weitere wichtige religiöse Feste gefeiert. Zwei sehr bedeutende Religionsfeiern, die ebenfalls zwischen den Monaten März und Mai stattfinden, ist die Einsegnung im evangelischen Glauben sowie die Erstkommunion in der katholischen Kirche. Obwohl diese beiden Bezeichnungen ähnlich klingen und im Grunde auch beide den gleichen Glaubensansatz verfolgen, gibt es dennoch hinsichtlich der Bedeutung enorme Unterschiede. Welche das außer den unterschiedlichen Kleiderordnungen sind, erklären wir im folgenden Beitrag.

Zwei religiöse Feste mit großen Unterschieden

Obwohl die Erstkommunion und die evangelische Einsegnung im selben Zeitraum stattfinden, sind es völlig unterschiedliche Feste. Das zeigen zunächst die Outfits der Teilnehmer sowie deren Aussehen. Die Erstkommunion findet bereits im Alter von acht, neun Jahren statt, während die Konfirmanden schon 13 oder 14 Jahre alt sind. Im Grunde beginnt das religiöse Erwachsenwerden bei den Katholiken demnach früher. Die Mädchen und Jungen empfangen bei der Erstkommunion zudem erstmals die Eucharistie, also das Abendmahl. Aus den Händen des Pfarrers erhalten sie zum ersten Mal die geweihte Hostie. Der junge Christ besucht außerdem vor der ersten Kommunions-Teilnahme noch die Beichte. Hier spricht Gott den Gläubigen von seinen Sünden frei, sodass dieser das Abendmahl mit reiner Seele empfangen kann. Die Beichte kann dem Jungchristausschließlich von einem Pfarrer abgenommen werden. In ihren Grundzügen ist die evangelische Zeremonie der Erstkommunion auch hier sehr ähnlich, denn auch bei diesem Fest nehmen die Jugendlichen in der Regel zum ersten Mal offiziell am Abendmahl teil. Auch die Evangelisten empfangen die geweihte Hostie und beichten im Vorfeld ihre Sünden. Anders als bei der katholischen Beichte muss diese aber nicht zwangsläufig von einem Priester abgenommen werden. Sie kann auch in einem offenen Zwiegespräch mit jedem anderen Christen stattfinden.

Die Gemeinsamkeiten der beiden Zeremonien

Natürlich haben die beiden Feste auch gemeinsame Nenner: Bei beiden werden die Jugendlichen und Kinder endlich als vollwertige Christen in die Gemeinschaft der Kirchengemeinde aufgenommen werden. Der Begriff „Communio“ (lat.) bedeutet wörtlich übersetzt auch „Gemeinschaft“. Beide Zeremonien setzen außerdem voraus, dass der Konfirmand oder das Kommunionskind zuvor durch die Taufe der Kirche beigetreten ist. Zudem haben die Feste noch eine weitere Gemeinsamkeit: Die Teilnehmer durchlaufen im Vorfeld einen Religionsunterricht, in dem die Kinder und Jugendlichen über das Fest und die eigentliche Bedeutung aufgeklärt werden. Zur Freude der Schüler wird das Erlernte jedoch nicht abgefragt, sodass auch niemand bei dieser Glaubensprüfung durchfallen kann. Vielmehr stehen im Unterricht die Jungchristen im Vordergrund, die auf ihre Rolle als Gläubige vorbereitet werden sollen.

Erstkommunion und Firmung bei den Katholiken

Zwischen den beiden Festen gibt es noch einen weiteren wesentlichen Unterschied: Die Einsegnung der evangelischen Kirche vereint für die Kirchengemeinde von der Bedeutung her gleich zwei große Feste des katholischen Glaubens, nämlich die Erstkommunion und die Firmung. Grundsätzlich wird durch die Konfirmation sowohl die erste Teilnahme am christlichen Abendmahl und die Aufnahme in das christliche Erwachsensein gefeiert, sondern gleichzeitig bekräftigen und erneuern die Konfirmanden das Bekenntnis zum eigenen Glauben (lat. confirmatio: „Bekräftigung“).

Dieses bewusst erneuerte Bekenntnis zur Kirche und zum christlichen Glauben wird im katholischen Glauben hingegen durch die Firmung begangen und in einer eigenen Zeremonie gebührend gefeiert: Der Pfarrer legt die Hand auf den Kopf des Firmlings, zeichnet ein Kreuz mit einem gut riechenden auf dessen Stirn und spricht die Worte: „Sei besiegelt durch die Gaben Gottes, dem Heiligen Geist.“ Die Firmung soll den Jugendlichen, die zum Zeitpunkt der Feier mindestens 15 Jahre alt sind, in besonderer Weise den Heiligen Geist vermitteln, der den Aposteln am Pfingstfest geschenkt worden ist. Er ist es, der den Christ dazu ermutigt und darin stärkt, bewusst in der Nachfolge Jesu zu leben.

Es geht also auch bei der Firmung um die Bestätigung des Taufbekenntnisses, allerdings stellt die Firmung im katholischen Glauben ein Sakrament dar. Sie wird durch den Bischof gespendet und gilt als heilbringende Handlung für die Katholiken. Im Verlauf des Jahres gibt es für das Fest keinen fixen Zeitpunkt. Die Firmungsfeiern finden grundsätzlich alle zwei bis drei Jahre statt. Anders als bei der Erstkommunion dürfen die Mädchen und Jungen auch hier mit dunklen Anzügen und schicken Kleidern erstklassig gestylt zum Gottesdienst.


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